Das Problem
TIPP10 war jahrelang das Programm, mit dem man am Rechner Zehnfingerschreiben gelernt hat. Die macOS-Version läuft seit Catalina nicht mehr. Was an Ersatz zu finden ist, läuft im Browser oder verlangt ein Abo.
Dazu kommt ein Punkt, den man bei einem Schreibtrainer leicht übersieht: Das Programm sieht jeden einzelnen Anschlag. Manche Lösungen holen sich dafür weitreichende Rechte am System, andere schicken die Eingaben gleich auf einen Server.

So funktioniert es
- 01Neu gebaut in Swift und SwiftUI, mit eigenen Übungstexten statt übernommener Inhalte.
- 02Anschläge werden nur im eigenen Fenster ausgewertet. Die App nutzt keine globalen Event-Taps und fragt deshalb weder Bedienungshilfen noch Eingabeüberwachung an.
- 03Das Tastaturlayout des Systems wird erkannt. Übungen, virtuelle Tastatur und Fingerhinweise richten sich danach, umstellen geht von Hand.
- 04Alles bleibt auf dem Rechner. Einstellungen und Lernstatistik liegen in den Benutzereinstellungen, eigene Dateien legt die App nicht an.
Die Entscheidungen dahinter
Zwei Entscheidungen bestimmen, wie sich die App bauen und prüfen lässt.
Auswertung nur im eigenen Fenster. Ein globaler Event-Tap wäre der bequeme Weg, verlangt aber Rechte, die für einen Schreibtrainer zu weit gehen. Die Beschränkung auf das eigene Fenster kostet etwas Aufwand bei Sonderfällen und spart die Berechtigungsabfrage vollständig.
Startargumente für die Sichtprüfung. Die App lässt sich ohne Maus bedienen: eine bestimmte Lektion öffnen, selbst tippen, in einen Statistik-Reiter springen. Dabei läuft sie auf einem flüchtigen Datenspeicher, damit die echte Lernstatistik unberührt bleibt.

Was daraus geworden ist
Die App läuft auf macOS 26, wird beim Bauen lokal signiert und braucht keinen bezahlten Entwickler-Account. Das Repository ist öffentlich, gebaut wird mit einem Befehl.
Geprüft wird mit 94 Tests in 13 Suiten. Zusammen mit den Startargumenten lässt sich eine Änderung an der Oberfläche in wenigen Minuten ansehen, ohne sich durch die App zu klicken.
Kein Entwickler-Account, keine Sonderberechtigungen, keine Verbindung nach außen.
Erkenntnisse
Eine Oberfläche, die sich per Startargument fernsteuern lässt, prüft sich schneller als jede Klickstrecke. Der Aufwand dafür hat sich schon beim zweiten Durchgang bezahlt gemacht.
